Happy-End nach Regenschlacht

13.08.2017: Faustballer des TV Käfertal steigen in die 1. Bundesliga auf

Der TV 1880 Käfertal feiert den Aufstieg in die 1.Bundesliga Süd der Männer. Gemeinsam mit dem TSV Calw setzten sich die Mannheimer gegen den TV Unterhaugstett und den TV Eschhofen durch und dürfen nun neben der Hallenrunde auch im Feldfaustball in Liga 1 aufschlagen. Den rund 350 Zuschauern wurde auf der heimischen Karl-Heinz Herbst Sportanlage bei wechselhaftem Wetter fast sieben Stunden Faustball mit einem dramatischen Ende geboten.
Es war das erwartete harte Stück Arbeit, dass die Mannschaft von Trainer Leo Goth erwartete. Zwar gelang zu Beginn der Relegation der Sieg gegen den TV Eschhofen, den die Verantwortlichen fest eingeplant hatten. Doch bereits im zweiten Spiel des Tages zwischen Unterhaugstett und Calw war klar, dass beide Gästeteams aus dem Süden mit hoher spielerische Qualität und Motivation aufwarteten.

„Das 3:0 gegen Eschhofen war wichtig, aber kein Selbstläufer. Dafür sind die Limburger zu stark“, bilanzierte der verletzte Kapitän Dominik Mondl bereits nach der Partie. „Wir wissen aber, dass der deutliche Sieg eine wichtige Grundlage für die weiteren Spiele sein wird“. Entsprechend Konzentriert ging die Mannschaft die Aufgabe an und setzte ein erstes Ausrufezeichen. Wie wichtig dieses 3:0 am Ende wirklich war, zeigte sich schnell in den weiteren Partien.

Durch den knappen Sieg des TV Unterhaugstett gegen den TSV Calw hätten die Mannheimer in ihrem zweiten Spiel den Aufstieg bereits festmachen können. Mit einem Sieg gegen Calw wäre der TVK nicht mehr von einem der Aufstiegsplätze zu verdrängen gewesen. Gleich zu Beginn entwickelte sich eine hochklassige Partie, der beide Angriffsreihen ihren Stempel aufdrückten. Vor allem der Schweizer Nationalangreifer Raphael Schlattinger in den Reihen der Nordschwarzwälder punktete immer wieder in der Käfertaler Abwehr und Calw zog mit 2:0 Sätzen davon. Der TVK konterte jedoch entschieden und kam nach viel Kampf und einem immer besser ins Spiel findenden Angriffsduo Stoklasa/Trinemeier zum Satzausgleich. Der Entscheidungssatz war dann an Dramatik kaum zu überbieten, als sich Calw zwei Matchbälle erarbeitete, Käfertal jedoch zum 10:10 ausgleichen konnte und so die Satzverlängerung erzwang. Am Ende fehlten jedoch die letzten Körner und Schlattinger führte sein Team beim 13:11 zum Sieg.

Die Spannung blieb also Erhalten, und nach dem Satzverlust des TV Unterhaugstett gegen Eschhofen (3:1) war klar, dass im letzten Spiel zwischen dem TVU und dem TVK die Entscheidung um den Aufstieg fallen würde. Aufgrund des Satzverhältnisses ist im Falle eine Sieges der TVK trotz Punktegleichstand vor Unterhaugstett. Calw, ebenfalls punktgleich, war durch ihre Ergebnisse nicht mehr einzuholen und bereits aufgestiegen. Der TV Eschhofen gab dem TVK damit Schützenhilfe und sorgte für ein an Spannung kaum zu übertreffendes Finale.

Bei strömendem Regen zeigten Käfertal und Unterhaugstett eine tolle Partie, die nach 10:12, 15:13, 11:9 und 9:11 ebenfalls im Entscheidungsdurchgang mündete. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und fighteten um jeden Ball. Das Publikum spendete zahlreichen Szenenapplaus und fieberte mit, wenn Aktionen ins Leere liefen. Ein Meer aus Regenschirmen zäumte das Spielfeld, weil sich keiner auch nur einen Moment dieses Krimis entgehen lassen wollte.
Den besseren Start in den Entscheidungssatz erwischten die Mannheimer, die beim letzten Seitenwechsel mit 6:3 führten. Doch der TVU um den spät eingewechselten Michael Ochner konterte mit vier Zählern zum 6:7. In der hitzigen Endphase Stand die Defensive des TVK um Felix Klassen jedoch stabil. Der für Mondl die Kapitänsbinde tragende Klassen entschärfte mehrfach die Aufschläge der Schwaben und läutete mit seinen Nebenmännern Moritz und Diago einen 5:1-Lauf ein. Dieser brachte die Entscheidung zugunsten der Käfertaler zum 11:8.
Der Jubel an der Mannheimer Straße kannte nun keine Grenzen mehr, zumal mit Unterhaugstett eine herausragend gute Mannschaft bezwungen werden konnte. „Wir sind überglücklich und danken allen Zuschauern, die uns heute unterstützt haben. Wir wollten diesen Aufstieg unbedingt, und jetzt wird erst mal gefeiert“, so Klassen im Namen der Mannschaft bei der Siegerehrung.

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