„Wir haben zu spät ins Spiel gefunden“

07.11.2017: Vaihingen/Enz gewinnt nach spannender Partie gegen den TVK

Für einige Zuschauer war der erste Spieltag der Bundesligasaison ein Wechselbad der Gefühle. Mit 3:5 nach Sätzen unterliegt der TVK am Ende dem TV Vaihingen/Enz. Die Partie war geprägt von tollen Angriffs- und Abwehraktionen, die beiden Mannschaften stellenweise Punkte wie am Fließband bescherten.

In der mit über 100 Zuschauern gut besuchten Sporthalle in Käfertal verlangten die Gastgeber ihren Fans einiges ab. Erst sah es nach einer klaren Niederlage gegen die routinierten Schwaben aus, dann nach einem Überraschungscoup und schließlich stand man doch mit leeren Händen da. „Am Anfang war die Nervosität wohl zu hoch. Wir haben einfach zu spät ins Spiel gefunden“, resümierte Dominik Mondl. „Alles in allem war das Spiel ausgeglichen, auch wenn die einzelnen Sätze nicht so aussahen. Über das ganze Spiel haben beide Mannschaften gleich viele Punkte gemacht, die Vaihinger jedoch die besseren Zeitpunkte erwischt.“ Eingreifen konnte der etatmäßige Kapitän nicht. Er muss weiterhin die Spiele von der Seitenlinie verfolgen, da die Verletzung aus dem Sommer noch nicht gänzlich ausgeheilt ist. Wie die Partie ausgefallen wäre, hätte der TVK bereits zu Beginn der Partie gespielt wie am Ende, bleibt Spekulation. Die Leistungssteigerung stimmt die Verantwortlichen dennoch positiv.

Es war der TV Vaihingen, der zu Beginn der Partie das Heft in die Hand nahm und von einer hohen Fehlerquote der Hausherren profitierte. Das erfahrene Angriffsduo der Schwaben nutzte die Käfertaler Schwächephase eiskalt aus. Auch, wenn die Abwehrreihe des TVK um Felix Klassen, Marcel Moritz und Neuzugang Hendrik Vetter immer wieder glänzen konnte, war die Kaltschnäuzigkeit des TVV am Ende ausschlaggebend für drei klare Satzverluste. Mit fast ungläubigen Blicken folgten die Zuschauer ihren Spielern in die Pause, und ebenso ungläubig sahen sie zu, als der TVK zur Aufholjagd ansetzte. Trainer Leo Goth hat wohl die richtigen Worte und Mittel gefunden, und seine Schützlinge zeigten sich spielerisch stark verbessert. Die Defensive der Käfertaler ließ den Vaihinger Marc Krüger nicht mehr aus der Angabe kommen und servierte Marcel Stoklasa die Bälle in Serie an die Leine. Dieser vollendete nun oft sehenswert und die Stimmung in der Halle drehte sich Zusehens.

Beim 3:3 nach Sätzen ging es wiederholt in die Pause, die der TV Vaihingen dringend brauchte und auch nutzte. Im Anschluss entwickelte sich ein Spiel, dass alle Facetten des Hallenfaustballs darbot. Im siebten Satz waren beide Mannschaften gleich auf, ehe der TV Vaihingen in einem beeindruckenden Finish den Sack zum  11:8 zu machte. Vor allem die Vaihinger Defensive brachte Stoklasa ein ums andere Mal um einen Punktgewinn. Mit dem 4:3 im Rücken zog Vaihingen weiter an und führte mit 7:0 Punkten im achten Satz. Zu diesem Zeitpunkt war es still geworden in der Käfertaler Halle und so mancher hatte die Partie wohl bereits abgehakt. Eindrucksvoll meldete sich der TVK jedoch zurück und kam mit sehenswerten Punkten wieder ran. Beim 9:10 Matchball für Vaihingen setze Nick Trinemeier ein Angaben-Ass ins gegnerische Feld und die Mannheimer witterten mit dem 10:10 wieder Morgenluft. Am Ende entschieden Kleinigkeiten und Vaihingen feierte mit einem 14:12 Satzerfolg den Sieg.

Die Käfertaler sollten nun am kommenden Samstag in Schweinfurt beim gastgebenden TV Oberndorf punkten, will man nicht mit zwei Niederlagen in die Saison starten. Der TVO zählt seinerseits jedoch auch zum Favoritenkreis für die Qualifikationsplätze zur Deutschen Meisterschaft. Hat der TVK seine Nerven im Griff und spielt auf wie am Ende gegen Vaihingen, dann ist im Fränkischen sicher was drin. Sollte man wie gegen den TVV früh einem Rückstand hinterherlaufen, wird es sehr schwer werden.

Das nächste Heimspiel absolvieren die Käfertaler am 19.11.2017.

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