Käfertaler Negativserie hält an

Deutliche 0:5 Niederlage gegen Liganeuling TSV Calw

Mit einem lang geschlagenen Ball zwischen die Käfertaler Abwehrreihe besiegelt Calws Hauptangreifer Raphael Schlattinger eines der bittersten Spiele der jungen Bundesligaserie des TVK. Der im Spielfeldaus geglaubte Ball wurde vom Linienrichter direkt für gut empfunden und der Jubel auf Seiten der Nordschwarzwälder und deren Anhang brach aus. Auf Käfertaler Seite hingegen nur versteinerte und betreten Mienen. Nach einem schwachen Auftritt verliert der TVK in gerade einmal 75 Minuten glatt mit 0:5 gegen den TSV Calw und steht damit ganz unten in der Tabelle.

Es ist die Anhäufung vieler individueller Fehler, die den Mannheimern derzeit den Zugriff auf die Spiele verwehrt. Nick Trinemeier und Dominik Mondl, die derzeit noch nicht wieder spielfähig sind, stehen ebenso ratlos neben dem Spielfeld wie Trainer Leo Goth. Letzterer startete mit Christian Gillmann neben Marcel Stoklasa im Angriff. Gillmann konnte bei den letzten beiden Partien als Trinemeier-Ersatz überzeugen, fand gestern Abend aber überhaupt nicht in die Partie. Nach den ersten drei Sätzen zog Goth die Reißleine und erlöste einen sichtlich niedergeschlagenen Gillmann. „Es tut mir sehr leid, dass ich der Mannschaft heute nicht helfen konnte. Das war ein ganz schwaches Spiel von mir, für das ich mich entschuldigen möchte“, erklärte Gillmann nach dem Spiel.

Doch nicht nur Gillmann schafft es derzeit nicht, seine Leistungen im Spiel abzurufen. „Wir spielen jetzt nicht katastrophal schlecht, aber in jedem Satz hakt es irgendwo anders und am Ende verlieren wir die Sätze knapp“, sucht Mondl nach einer Erklärung. „Mir wäre es lieber, die individuellen Fehler würden sich mal in einem Satz häufen und dann in den weiteren vier Sätzen spielen wir gewohnt kontrolliert. Dann Stünde es 4:1 für uns und nicht 0:5.“ Im Moment scheint einfach der Wurm drin zu sein im Spiel der Mannheimer.

Es beginnt zufriedenstellend aus Sicht des TVK in der gut besetzten Calwer Sporthalle. Bis zum Ende des ersten Satzes bleiben beide Mannschaften auf Augenhöhe, ehe Calw mit 11:9 den Satz für sich entscheidet. „Wir wussten, dass wir einige leichte Fehler gemacht haben und dennoch nur mit 9:11 den Satz abgeben mussten. Diese Fehler wollten wir einfach abstellen und das Spiel hätte sich für uns gedreht“, beschreibt Felix Klassen die Stimmung nach Satz 1. Leider klappte das aus Sicht der Mannheimer nicht. Mit 11:8 und 11:6 gingen auch die weiteren Sätze an den TSV Calw. Dabei rannte der TVK zu oft einem frühen Rückstand hinterher und kam am Ende der Sätze nicht mehr heran.

Zur Satzpause reagierte Goth und brachte für den heute unglücklichen Gillmann Linus Mury in die Partie. Felix Klassen wechselte aus taktischen Gründen auf die vorne rechts Position und Marcel Moritz übernahm für Klassen das Abwehrzentrum. „Vor allem bei kurzen Bällen und im Zuspiel vorne waren wir nicht gut organisiert. Mit Felix habe ich mit da mehr Stabilität erhofft“, so Goth. Die Umstellung zeigte sofort Wirkung. Klassen und Moritz brachten auf ihren neuen Positionen mehr Ruhe ins Spiel und schnell war der TVK mit 4:1 in Führung. Doch der TSV zeigte Kampfgeist und kam wieder heran. Ab dem 8:8 wechselte mehrfach die Führung und beide Teams hatten die Chance, den Satz für sich zu entscheiden. Bei 14:14 war der TVK im eigenen Angriff und Klassen setzte den Ball knapp ins Seitenaus. Statt 1:3 nun 0:4 aus Sicht der Mannheimer.

Wieder an die eigene Stärke glaubend legten die Käfertaler in Satz 5 los wie die Feuerwehr und gingen schnell mit 6:2 in Führung. Doch auch hier kam der mentale Einbruch. Der TSV Calw machte einen Punkt nach dem anderen und Marcel Stoklasa fand aus eigener Angabe kein Mittel gegen die nun kompakt stehenden Schwaben. Mit 7:11 ging der Satz und damit das Spiel verloren.

Der TVK scheint früh den Anschluss ans Mittelfeld zu verlieren und muss nun in zwei Wochen beim zweiten Aufsteiger aus Hohenklingen dringend punkten. Es scheint, als kommt die Spielpause kommende Woche gerade richtig. Die Verantwortlichen wollen nun in Ruhe analysieren, wie man die Mannschaft wieder in die Spur bringen kann und im Training an den entsprechenden Stellschrauben drehen. Man kann nur wünschen, dass das gelingt. Ein Lichtblick sicher die erwartete Rückkehr von Trinemeier und Mondl. Sollte alles klappen, haben beide ihre Verletzungen bis zum Spiel gegen Hohenklingen auskuriert. Ebenso wird Neuzugang Hendrik Vetter  wieder mit von der Partie sein, was weitere Möglichkeiten eröffnet.

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